Wer wird als nächster scheiden,
wer wird erlöst von seinem
Leiden?
Nun steh'n wir hier und fassen's kaum,
ist's Wahrheit oder nur ein
Traum?
In unsrer Mitte klafft 'ne Lücke
das Schicksal schlug mit
voller Tücke.
Der Tod hat keine Frist gegeben,
er kam und raffte fort sein
Leben.
So werden Tote noch bedacht,
bevor man dann das Grab
zumacht.
Man spricht von Pflichterfüllung, Treue
und lobt und preist ihn
oft aufs Neue.
Man lobt sein Gut und all sein Habe
und legt noch
Kränze zu seim Grabe.
Warum den Tote so noch ehren,
merkt auf und lasst
euch doch belehren:
War denn wirklich dies sein Wille,
oder wollte er
in aller Stille,
ohne Pomp, in tiefem Schweigen,
von uns fort zum Himmel
steigen?
Seelenlos lehrt uns der Glaube,
wird sein Körper bald zu
Staube.
Vielleicht fand er den Heimruf fein
und war im Leben oft
allein.
Dann sind die Worte oberflächlich
und all die Kränze
nebensächlich.
War sein Leben voller Kraft
und er für viele
beispielhaft?
Dann kann man manche noch verstehn,
die dann zum letzten
Abschied gehn.
Ob er dies wahrnimmt - unwahrscheinlich -
drum sind oft
manche Worte peinlich.
Sie sind oft voller Eitelkeit
und nur den Lebenden
geweiht.
Wir ziehen daraus nun den Schluss,
dass man die Freunde ehren
muss.
Wenn sie noch unter uns verweilen,
wir Freud und Leid mit Ihnen
teilen.
