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Heirat aus Zeitvertreib

Ein Mann sucht für den Zeitvertreib,
ein schnuckeliges Eheweib.
Ein Weib für Liebe, Herd und Bett,
das fände er besonders nett.

Er hat die körperlichen Stärken
und hier wär auch noch anzumerken,
er hat auch jugendlichen Schwung
und träumt noch voll Begeisterung.

Sieht rosarot die Ehewelt
und kennt kein bisschen Spannungsfeld.
Drum tat er fleißig inserieren,
um eine Ehe zu riskieren.

Das ganze schien ihm zu gelingen,
bald ließen sie die Gläser klingen.
Zwei Menschen gingen Hand in Hand,
in den ersehnten Ehestand.

Nach langer Zeit und vielen Wochen,
trifft ihn der Freund wie abgesprochen.
Mit weißem Hemd und Bügelfalte,
gar nicht mehr wie sonst der Alte.

Drum spricht der Freund vom Ehesegen
und glaubt der andre darf sich pflegen.
Doch der kann laut ein Liedlein singen,
der Zeitvertreib tat ihr gelingen.

Vorbei ist längstens seine Ruhe,
putzen darf er alle Schuhe.
Bügeln muß er selbst die Hosen,
gebettet ist nur sie auf Rosen.

Sie hat ihm sonst noch viel gelernt,
der Zeitvertreib ist weit entfernt.
Er wandelt jetzt auf neuen Wegen,
das heißt nun waschen, kochen, fegen.

Und die Moral von der Geschicht,
heirat aus Langeweile nicht.
Denn Frauen haben manche Tücken,
die Zukunft heißt dann Daumen drücken.


 

© 2010 Peter Grupp |