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Hintergangen

Ein Mann der häufig tat verreisen,
der konnte sich sehr glücklich preisen.
Dass er schon früher fertig war
und bälder heimkam, das ist klar.

Seine Frau noch jung und nett,
lag als er heimkam schon im Bett.
Gleich einem engelhaften Wesen,
er wollte noch die Zeitung lesen.

Und wie er so die Zeitung liest,
wird auf dem Vorbau laut geniest.
Da denkt er ängstlich und benommen,
wo ist der Nieser hergekommen.

Er reißt die Tür auf in der Tat
und denkt natürlich an Verrat.
Da steht ein Mann ganz nackt und bloß
und redete gleich pausenlos.

Im Stockwerk über ihm, dort oben,
da tut der Ehemann nun toben.
Denn als er heimkam überrascht,
hat jener seine Frau vernascht.

Deshalb tat er die Flucht antreten,
denn dort war er nun ungebeten.
Er meinte noch er könne schwören
und wolle nicht mehr länger stören.

Mit einer Decke noch behängt,
lief er von dannen, unbedrängt.
Aus der Wohnung, aus dem Haus,
doch die Geschichte war nicht aus.

Der Heimgekehrte war nicht prüde,
doch von der langen Reise müde.
Im Schlaf da war's ihm plötzlich klar,
was er doch für ein Rindvieh war.

Im Magen wurd's ihm plötzlich flau,
drum watschte er gleich seine Frau.
Für ihn war es ein großer Schock,
sie wohnten doch im letzten Stock.

 



 
© 2010 Peter Grupp |