Meine Frau und ich, ihr Ferdinand,
wir stehn am Fenster
Hand
in Hand. Und haben zu dem Neujahrstage,
nur eine ungelöste
Frage.
Meine Frau meint, lieber Ferdinand,
was bringt das Jahr für
unser Land.
Wer kann schon in die Zukunft sehn,
was wird wohl in den
Sternen stehn.
Ich schüttelte den Kopf nur sacht,
und sagte Liebes,
geb' jetzt acht.
Überlege ohne Eil und Hast,
ob du nicht offne Wünsche
hast.
Ich denk ich trau nicht meinem Ohr,
denn Wunsch um Wunsch bringt
sie hervor.
Am Morgen wirst du mich nun wecken,
den Kaffee machen und
Tisch decken.
Dann gibt sie mir auch noch den Rat,
verlasse sauber
stets das Bad.
Verwechsel Zahnbürste und Kamm,
nicht Seife und auch nicht
den Schwamm.
Dann sagt zu mir das holde Wesen,
beim Frühstück las das
Zeitung lesen.
Das Brot muss die Maschine schneiden,
verliebte Blicke kann
ich leiden.
Und weiter hör ich sie noch sagen,
den Müll kannst du nach
unten tragen.
Dann ruft mein Nachbar doch fürwahr,
mein Freund ein gutes
neues Jahr.
Und weiter säuselt sie zu mir,
ess nicht zuviel, trink
wenig Bier.
Denk mehr an Dich und die Figur,
treib Sport und lauf in der
Natur.
Dein Essen musst du besser kaun,
dann kann es ohne Schnaps
verdaun.
Statt auf dem Sofa dich zu pflegen,
kannst du beim Spülen dich
bewegen.
Die Wünsche hörten gar nicht auf,
es kam noch immer einer
drauf.
Beim Schlafen schnarch nicht gar so kräftig,
träum friedlicher und
nicht so heftig.
Auf dem WC, da achte drauf,
mach anschließend das
Fenster auf.
Und wenn du heimkommst mach keinen Krach,
sei sparsam und
behalt dein Sach.
Es geht noch weiter, sie ist toll,
es bricht aus ihr
geheimer Groll.
Zu vieles Rauchen macht dich krank,
häng deine Hosen in
den Schrank.
Dann meinte sie ein wenig bleich,
ich klopfe dich auch
windelweich.
Wenn du nach andern Frauen schaust
und dich dann noch nach
Hause traust.
Es bleibt mir nur ein schwacher Trost
und darauf trinke
ich jetzt, Prost.
Dass meine Frau im neuen Jahr,
bald nicht mehr weiß, was
gestern war.