Frühling
Die Frau, das unbekannte Wesen,
war mir bekannt, doch nur vom
Lesen.
Dann traf ich Sie, die Super-Frau,
Sie war sehr schön und äußerst
schlau.
Doch ich war jung und unerfahren
und sie, sie war schon reif an
Jahren.
Sie war ein süßer, frecher Spatz,
ich glühte bis zum
Haaransatz.
Ich lud sie ein als Mann von Welt
und zählte still mein
Taschengeld.
Denn ich, ich war ein armer Tropf
und sie, ein süßer
Lockenkopf.
Es reizte mich ihr süßer Mund
und das aus ganz bestimmtem
Grund.
Es kam wie's kommen muss,
es endete mit einem Kuss.
An ihren
kirschrot, prallen Lippen,
durfte ich ein wenig nippen.
Ich wurde fast vor
Liebe krank
und zudem war ich völlig blank.
Im siebten Himmel war ich
droben
und dennoch von ihr abgeschoben.
Ein Armreif war's aus purem
Gold
und diesem Bürschchen war sie hold.
Sie schenkte mir nicht einen
Blick,
ging fort und kam nie mehr
zurück.
Sommer
Ein Weilchen war ich
Frauenhasser,
dann kam die, mit dem Kölnisch-Wasser.
Beim zweiten Mal ist
man geübt
und weiß schon wie man Frauen liebt.
Ich wollte sie mit
Perlenschnüren,
nach alter Regel, schnell verführen.
Sie spielte mit mir
Katz und Maus
und dennoch hielt ich's bei ihr aus.
Es war zum Heulen und
zum Scharren,
sie machte aus mir einen Narren.
Sie strahlte manchmal lieb
und warm
und nahm mich dennoch auf den Arm.
Auch fing sie langsam an zu
geizen,
mit ihren süßen, heißen Reizen.
Ich sparte für den Weg zu
zweit
und übte schon Geborgenheit.
Dann kam der mit den
Ringelsocken
und sie, sie ließ mich einfach hocken.
ich war erbost, sogar
entsetzt
Sie hatte mich zutiefst verletzt.

Herbst
Ich war schon älter, etwas
reifer
und auch ein wenig stur und steifer.
Und doch erlag ich ihrem
Zauber,
ich fühlte mich bei ihr als Rauber.
Sie zeigte sich im
Kimono
und ich, ich brannte lichterloh.
Am Anfang war sie
engelhaft,
Sie raubte mir die Manneskraft.
Ich liebte ihre zarte
Haut,
ich nahm sie schließlich dann zur Braut.
Doch sie, sie zeigte
plötzlich Fehler
und übte sich als Männerquäler.
Ich traf sie fremd im
Liegestuhl,
es war der reinste Sündenpfuhl.
Es war die reinste
Ironie,
ich weinte, doch ich liebte sie.
Schlussendlich ließ ich mich dann
scheiden,
ich hat es satt, das Eheleiden.
Nun war ich reifer wie
zuvor
und glaubte nicht mehr an
Amor.
Winter
Graumeliert und abgeklärt,
war
ich immer noch begehrt.
Nun suchte ich zum Überwintern,
einen warmen,
süßen Hintern.
Da sah ich sie mit zartem Lächeln,
ich fing gleich wieder
an zu hecheln.
Ich lehnte mich an ihre Wange
und sie war dennoch eine
Schlange.
Ich wollte uns das Alter sichern
und sie tat ständig nichts als
kichern.
Auch las sie immer nur Prospekte
und suchte weitere
Objekte.
Ich spürte häufig ihre Launen,
tagsüber lag sie in den
Daunen.
Sie ging mir ständig auf den Wecker,
mit ihrem grundlosen
Gemecker.
Es kehrte ein die Alltagsregel,
bei mir fehlte der Wind im
Segel.
So liebten wir uns nur noch spärlich,
am Ende nur noch
vierteljährlich.
Ich merkte klar, sie war betroffen
und ich des öfteren
besoffen.
Zuhause war ich müder Schläfer
und auswärts traf ich flotte
Käfer.
Sie fühlte sich dadurch betrogen,
ich glättete bei ihr die
Wogen.
Sie holte aus dem Schrank die Flinte,
ich dachte es sei eine
Finte.
Sie zielte über Korn und Kimme,
hau ab rief sie mit schriller
Stimme.
Nun war es mit der Liebe aus
und wieder litt ich, welch ein
Graus.
Resümee
Allmählich schwand bei mir die
Kraft,
auch war ich etwas abgeschlafft.
Nun hieß es ruhig sein und sich
pflegen,
nun kam für mich der Silbersegen.