Peter GruppGedichteEin LiebespaarNoch immer lockt die Eva
Die Jahreszeiten der Liebe
Heirat aus ZeitvertreibWenn's in der Ehe krachtHintergangenWeib, Wein und GesangReizwäscheEin BH KaufDas Ziel des LebensTugendsamGerecht geteiltDer letzte GangDas TestamentWer ist ein rechter Schwob?NeujahrswünscheSonnenaufgang am Rechberg KurzgeschichtenSchalungGästebuchKontaktImpressum

Noch immer lockt die Eva
Die Jahreszeiten der Liebe

Frühling

Die Frau, das unbekannte Wesen,
war mir bekannt, doch nur vom Lesen.
Dann traf ich Sie, die Super-Frau,
Sie war sehr schön und äußerst schlau.
Doch ich war jung und unerfahren
und sie, sie war schon reif an Jahren.
Sie war ein süßer, frecher Spatz,
ich glühte bis zum Haaransatz.
Ich lud sie ein als Mann von Welt
und zählte still mein Taschengeld.
Denn ich, ich war ein armer Tropf
und sie, ein süßer Lockenkopf.
Es reizte mich ihr süßer Mund
und das aus ganz bestimmtem Grund.
Es kam wie's kommen muss,
es endete mit einem Kuss.
An ihren kirschrot, prallen Lippen,
durfte ich ein wenig nippen.
Ich wurde fast vor Liebe krank
und zudem war ich völlig blank.
Im siebten Himmel war ich droben
und dennoch von ihr abgeschoben.
Ein Armreif war's aus purem Gold
und diesem Bürschchen war sie hold.
Sie schenkte mir nicht einen Blick,
ging fort und kam nie mehr zurück.

Sommer

Ein Weilchen war ich Frauenhasser,
dann kam die, mit dem Kölnisch-Wasser.
Beim zweiten Mal ist man geübt
und weiß schon wie man Frauen liebt.
Ich wollte sie mit Perlenschnüren,
nach alter Regel, schnell verführen.
Sie spielte mit mir Katz und Maus
und dennoch hielt ich's bei ihr aus.
Es war zum Heulen und zum Scharren,
sie machte aus mir einen Narren.
Sie strahlte manchmal lieb und warm
und nahm mich dennoch auf den Arm.
Auch fing sie langsam an zu geizen,
mit ihren süßen, heißen Reizen.
Ich sparte für den Weg zu zweit
und übte schon Geborgenheit.
Dann kam der mit den Ringelsocken
und sie, sie ließ mich einfach hocken.
ich war erbost, sogar entsetzt
Sie hatte mich zutiefst verletzt.



Herbst

Ich war schon älter, etwas reifer
und auch ein wenig stur und steifer.
Und doch erlag ich ihrem Zauber,
ich fühlte mich bei ihr als Rauber.
Sie zeigte sich im Kimono
und ich, ich brannte lichterloh.
Am Anfang war sie engelhaft,
Sie raubte mir die Manneskraft.
Ich liebte ihre zarte Haut,
ich nahm sie schließlich dann zur Braut.
Doch sie, sie zeigte plötzlich Fehler
und übte sich als Männerquäler.
Ich traf sie fremd im Liegestuhl,
es war der reinste Sündenpfuhl.
Es war die reinste Ironie,
ich weinte, doch ich liebte sie.
Schlussendlich ließ ich mich dann scheiden,
ich hat es satt, das Eheleiden.
Nun war ich reifer wie zuvor
und glaubte nicht mehr an Amor.

Winter

Graumeliert und abgeklärt,
war ich immer noch begehrt.
Nun suchte ich zum Überwintern,
einen warmen, süßen Hintern.
Da sah ich sie mit zartem Lächeln,
ich fing gleich wieder an zu hecheln.
Ich lehnte mich an ihre Wange
und sie war dennoch eine Schlange.
Ich wollte uns das Alter sichern
und sie tat ständig nichts als kichern.
Auch las sie immer nur Prospekte
und suchte weitere Objekte.
Ich spürte häufig ihre Launen,
tagsüber lag sie in den Daunen.
Sie ging mir ständig auf den Wecker,
mit ihrem grundlosen Gemecker.
Es kehrte ein die Alltagsregel,
bei mir fehlte der Wind im Segel.
So liebten wir uns nur noch spärlich,
am Ende nur noch vierteljährlich.
Ich merkte klar, sie war betroffen
und ich des öfteren besoffen.
Zuhause war ich müder Schläfer
und auswärts traf ich flotte Käfer.
Sie fühlte sich dadurch betrogen,
ich glättete bei ihr die Wogen.
Sie holte aus dem Schrank die Flinte,
ich dachte es sei eine Finte.
Sie zielte über Korn und Kimme,
hau ab rief sie mit schriller Stimme.
Nun war es mit der Liebe aus
und wieder litt ich, welch ein Graus.

Resümee

Allmählich schwand bei mir die Kraft,
auch war ich etwas abgeschlafft.
Nun hieß es ruhig sein und sich pflegen,
nun kam für mich der Silbersegen.





 
© 2010 Peter Grupp |