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Reizwäsche

Gerade oft bei jungen Paaren,
kann man kurz danach erfahren,
sie haben sich zu früh getraut,
drum wird es in der Ehe laut.

Ganz anders schien's bei unserm Paar,
da war die Sache längstens klar.
Von Liebespfeilen voll getroffen,
konnte man auf Harmonie wohl hoffen.

Blitzsauber war sie in dem Mieder
und hatte schöne schlanke Glieder.
Drum riefen alle froh und laut,
sie ist 'ne wunderschöne Braut.

Ihre Ehe war ein Hauptgewinn,
das Leben hatte einen Sinn.
Reich und glücklich hieß ihr Motto,
verglichen mit dem Zahlenlotto.

Doch wenn die Liebe tut erkalten,
lässt sich das Glück nie lange halten.
Die Gute hatte Grund zur Klage,
denn wie in jeder Ehelage,

ist irgend wann der Reiz vorbei,
danach beginnt das Einerlei.
Die Gute war deshalb verdrossen,
zu wenig hatte sie genossen.

Drum dachte sie, bei meinem Mann,
wie zünd ich neues Feuer an.
Wie bring ich Schwung in meinen Alten,
damit wir beide nicht erkalten.

Schwarz machte sie besonders weiblich
und kleidet sie fast unbeschreiblich.
Schwarz zeigt sie sich in ihren Reizen,
um ihren Alten anzuheizen.

Doch der sieht sie nur halb verschwommen
und hatte fälschlich angenommen.
Springt eilig aus dem Sessel raus
und schreit, geht's mit der Oma aus.

 



 
© 2010 Peter Grupp |