Spuk in den Bergen
Auch in unseren Bergen gibt es noch viele Geheimnisse, die noch kein
Mensch ergründet hat. Geräumige und enge Gänge, Höhlen und Grotten,
Wasserschächte und rauschende Bäche sind noch unerforscht. Im Tyrnitz unterm
Ramsberg hörte man es früher brodeln und kochen, lispeln und wispern und oftmals
vernahm man um Mitternacht dort eigenartige Gesänge ohne sie deuten zu
können. Auch anderswo, nicht weit vom Weiher unterm kalten Feld, nannte man
die Flur früher das Kirchenfeld. Vor einigen hundert Jahren soll dort am
höchsten Punkt, hin zum heutigen Reiterleskapelle, eine Wallfahrtskirche
gestanden haben. Es war ein sehr großes Gebäude, mit vielen Kostbarkeiten
ausgestattet und zur Ehre der Gottesmutter waren alle Altargefäße aus Silber und
feinem Gold. Durch ein großes Beben ist alles vom Berg geschluckt worden und
man hat niemals mehr etwas von dieser Pracht gefunden. Viel später wurde auf
dem neuen Berg, der sich damals aufbaute, dem heutigen Schwarzhorn, eine kleine
Kirche errichtet. Von einem Kürschner vom Schlosse Weißenstein ist
überliefert, dass vor vielen hundert Jahren ein Gang bestanden hat, von der
Kirche Rechberg zur Burg Rechberg. Maurer und Fremdarbeiter aus Italien hätten
Jahre gebraucht, um diesen heimlichen Gang zu brechen und Grotten dabei
auszumauern. Was aus diesen Arbeitern später geworden ist hat niemand
erfahren, wegziehen hat sie aber keiner gesehen. Aus diesem Grunde soll es
früher, in gewissen Nächten, aus dem Berginnern gerumpelt und gespukt
haben. Ein schönes Quellfräulein soll sich am Schlossbrunnen in Donzdorf,
nahe am Park, oft den Wäscherinnen gezeigt haben. Den Armen warf es manchmal
Geschenke in ihre Schürzen. Der reichen Schulzentocher soll sie sogar ein
wunderschönes Knäblein in die Schürze gelegt haben.
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